Donnerstag, 17. Juli 2008

Astrahan und andere Katastrophen ... mit dem Motorrad nach Russland fahren?

Es ist so heiss, das sogar die Koeter keine Lust haben ihrer Lieblingsbeschaeftigung nachzugehen und mich in Ruhe lassen. Es sind 40 Grad im Schatten - so eine Tour ist wirklich nichts fuer Menschen mit schlechter Nieren Funktion. Ca. 4-5 Liter Wasser - das ist mein momenter Verbrauch am Tag. Es ist einfach nur H E I S S ... man koennte auch diesen Eintrag auch "Arsch frisst Hose Teil 2" nennen.

Der Tag war richtig cool, bis ich in diese bescheuerte Stadt reinfuhr. Es funktioniert in der ganzen Stadt KEIN EINZIGES Internet-Cafe. Unterwegs wurde ich mit Heil Hitler begruesst und es gibt hier nur Einbahnstrassen. So habe ich mein Terminator-Face aufgesetzt und mit meiner Brille und dem fiesen Gesichtsausdruck, lassen die Leute mich in Ruhe!
Jetzt sitze ich gerade in einem Angler-Laden und ein netter Biker laesst mich an seinen Computer ran. Leider ist die Verbindung so langsam, dass ich keine Fotos hochladen kann ...

Heute bin ich das erste Mal von der Polizei erwischt worden. "Ein wenig" zu schnell gefahren ... und sollte eigentlich 1000 Rubel (ca. 50$) zahlen. Aber Ihr kennt doch Euren Konrad, am Ende habe ich nichts bezahlt und sogar ein geiles Foto mit den Uniformierten gemacht!

Und hier mal wieder ein wenig gute Werbung für Motorradzubehör:



Gleich geht es weiter zur kasachischen Grenze.
... muss jetzt aufhoeren, weil das zu teuer fuer den netten Verkaufer wird.

Bis die Tage Euere Konrad

Mittwoch, 16. Juli 2008

Prjama, prjama, prjama!


Das ist die Nervensaege von heute morgen. Die hat mich wirklich gestresst. Als sie dann meine Jacke und Helm anzog und auf die Strasse rannte, habe ich echt genug gehabt :-)


... gerade aus, gerade aus, gerade aus!
Russland ist ein grosses Land. Bin heute den ganzen Tag hinter meinen Schatten gefahren und sitzte gerade in Volgograd (ehemals Stalingrad).

Noch bevor ich mir eine Bleibe suche, kuemere ich mich lieber um meine kleine, erlesene Lesergemeinde! Auf der Karte sieht es immer so einfach aus von A nach B zu kommen. Aber wenn man dann die Entfernungsschilder der Staedte so sieht, wird einen schon ein wenig anders. Stundenlang von einer Arschbacke auf die Andere und um mich herum nichts als Felder, Felder und freie Flaeche. Boohh eeejj war das heute langweilig auf der Strasse! Die monotone Fahrt habe ich nur zum Trinken oder Essen unterbrochen, und dabei immer wieder meine Bekannten getroffen - die vier uneinigen Polen in ihren bemalten Gelaendewagen.
Vielleicht treffen wir uns bei dem grossen Weltkriegsdenkmal spaeter noch einmal ...

Um ehrlich zu sein, ich merke die letzten 5300 km in den Knochen. Es ist alles OK, aber ich koennte auch einfach nur auf der Couch liegen und ein wenig "brain-fuck" schauen (wie unser Herr Schettler zum Fernsehen sagen wuerde).



So meine Lieben ... bis die Tage!
Euer Kaputtski

PS: Natascha ich vermisse Dich heute ganz besonders! ILU & MU

Grenzerfahrungen - mit dem Motorrad nach Russland

Es gibt sie ueberall, zwischen den Grundstuecken, ganzen Laendern und sogar Gefuehlen. Bis an die Grenzen gehen, heisst es doch so schoen. Gestern bin ich teilweise an meine und durch andere gekommen. Ich mag Grenzen, besonders die Ukrainisch-Russische war eine Erfahrung wert.

Ca. 3,5 Stunden und etlichen Formularen (alle AUF RUSSISCH UND in doppelter Ausfuehrung) spaeter, bin ich um viele Bekannte reicher. Ein dicker, verschwitzter und besoffener "Azerbaidschaner" hat mir zum Beispiel bei dem buerokratischen Huerdenlauf geholfen. Ein guter Man. Er roch zwar streng, war aber ansonsten wirklich ein "Charoschy Tschlowiek" (Guter Mann).

Auf dem Foto sieht man einen von den coolen Ralley-Fahrern (Tomek), die von London nach ULAANBAATOR (Mongolei) fahren, um dort Ihre Autos fuer einen guten Zweck zu versteigern. Das Lustige ist, dass es alles Polen sind und somit die Kommunikation kein Problem war.
Eine auf den ersten Blick lustige Truppe, und so habe ich mich entschlossen mit Ihnen weiter zu fahren. (Gerade sitzt eine neugierige Russin neben mir und quatscht mich von der Seite voll und spielt mit meinen Klamotten herum ... so jetzt gehts wieder ... und ich kann weiter schreiben)

Nach einem Mittagessen in Rostov-na-Donu ging es weiter um ein Hotel zu finden. Das stellte sich als "schwierig" heraus, die Rallye-Fahrer sind zu viert und haben dabei aber 5 verschiedene Meinungen ;-) So ging es dann Stundenlang, in der Dunkelheit von einem komischen Ort in den Naechsten, bis alle zu muede waren sich zu streiten ...

So habe ich mich heute von der coolen Truppe verabschiedet und sitze ich jetzt wieder alleine mit meiner EINZIGEN Meinung da und kann tun was ICH fuer richtig halte. Die werden noch bestimmt viel "Spass" unterwegs haben ...

(Ein paar Impressionen vom Abend: Der Hotelgang und mein fahrendes Schlachthaus)


Russland hat mich bis jetzt nicht beeindruckt, eher erdrueckt. Alles wirkt hier eine Spur wilder und unheimlicher, als in der Ukraine. So wurden wir Nachts unterwegs von einem Haufen aufmupfiger Jugentlicher beschimpft und mit Hitlergruss verabschiedet ...
Schauen wir mal wie es sich weiter entwickelt. (... die Nervensaege neben mir gibt mir echt keine Ruhe ...)
Gleich fahre ich weiter richtung Volgograd!

(... OK ich muss hier Weg ... es ist einfach unmoeglich sich zu konzentrieren, wenn man von allen Seiten belabert wird und auf seine Sachen aufpassen muss!)

Doswidanja Euer Konrad

(Dieses kurze Video hat Tomek unterwegs gedreht)

PS: Ich freue mich wirklich ueber jeden Kommentar in meinen Blog! Also: ALLE Leute - schreibt den Onkel Konrad ruhig immer wieder ein paar Worte, es ja schon ein wenig traurig sooooo alleine 5000 km von Deutschland entfernt zu sein (Mittlerweile sind es auch 2 Stunden Zeitunterschied).

Hier gibt es gute BMW Motorrad Ausrüstung:

Dienstag, 15. Juli 2008

"Gut Mafia" in Mariupol


Es gibt Erfahrungen im Leben, auf die AUCH ICH lieber verzichten moechte. Ich probiere gerne neue Sachen aus, aber auch ich habe meine Gerenzen. Die letzten zwei Tage hier in Mariupol waren voll von tollen, aber auch widerlichen Momenten. So moechte ich NIE wieder im Auto sitzen und hinter mir zwei Typen haben, die sich gerade einen "Schuss" fertig machen und dann gegenseitig spritzen. Der Konsum harter Drogen gehoert DEFINITV zu Dingen, die ich NIE machen moechte - ich will es nicht einmal sehen!

Andererseits bin ich bei diesen Menschen als Gast aufgenommen worden und moechte nicht alles verteufeln. ES ist das Leben von Ljoscha - nichts meins! So wie er mit 29 Jahren aussieht, wird er nicht alt ... Wie kann man eigenlich so liebenswert und gleichzeitig so abstossend sein??

Andrej - ein Boxer und "little Friend" (Untergegeber von Ljoscha)

Abends dann in der Datschja, war es wieder einfach nur entspannt. Die anderen Freunde und die Frau von Ljoscha, sind alle clean und einfach nur liebe Menschen. Es waren die Abende, die mir positiv in Erinnerung bleiben werden. "Ich kam als Fremder an und gehe als Bruder weg." - so verabschiedete mich Marta heute.

Ah ja bevor ich es vergesse:
Gestern habe ich meinen ersten Motorradunfall gehabt ...
Auf dem Weg zum Landhaus, bin ich zu schnell auf der unbefestigten Strasse, hinter dem Gastgeber gefahren und wollte zwischen zwei grossen Schlammloechern durch. Uebermut tut selten gut und so bin ich mit dem Vorderrad rein ins zweite Loch. Dann ging die Reise fuer mich nach links in die Luft und anschliessend hart mit der Schulter in die Botanik. Mein erster richtiger Abflug!! (Wieder so eine Sache, die ich nicht wiederholen moechte)
Abgesehen von einem abgebrochenen Spiegel, angekratzten Stolz und einem leicht schmerzenden (und mittlerweile blauen) Knoechel ist nichts passiert. Bin sooooo froh, dass ich die schweren Enduro-Stiefel und die gepolsterte Jacke getragen habe!

Jetzt geht es zur russischen Grenze und dann weiter PLANLOSOST.

@ Natascha (so wird hier Natalia genannt): Herzlichen Gruss von Allen und DU musst unbedingt mit mir zusammen nach Mariupol kommen. Alle moechten auch DICH kennenlernen!

@ Maria - druecke Dir weiterhin die Daumen fuer Dein Examen! Toj, toj, toj - Du schaffst es :-)

Montag, 14. Juli 2008

Der Pate von Mariupol ... Ukraine mit dem Motorrad bereisen

Wenn Ihr meint, dass meine Reise bis jetzt spannend und interessant war, dann habe ich hier fuer Euch eine wirkliche coole Geschichte!
Als ich gestern aus dem Internet-Cafe raus ging um nach einem Hotel zu suchen, sprach mich dieser nervoese Typ an. Er bot mir gleich eine Bleibe fuer die Nacht in seiner "Datschja" (Landhaus) an, und da habe ich nicht nein gesagt. Natuerlich hatte ich Angst, aber als wir dann erstamal in ein Fastfood-Laden gingen und ich zwischendurch sein Auto-Kennzeichen Natalia diktierte, habe ich mich auf das Kommende gefreut. Nach einer wilden Fahrt duch Mariupol ging es raus aufs Land zu einem kleinen See. Dort angekommen hat er sein T-Shirt ausgezogen und ich wusste gleich bescheid, was hier los ist: Zwei Sterne ueber seiner Brust und die Pistole in der Hose - "NA DAS WIRD JA NOCH RICHTIG LUSTIG .." dachte ich mir! Fuer alle die den Film "Toetliche Versprechen" nicht gesehen haben - die Tatoos sind ein bestimmtes Zeichen, das man sich erstmal in der Unterwelt "verdienen" muss.
Mit der Nacht kamen auch seine Freunde/Partner und wir haben einen gemuetlichen Abend in einer lustigen Runde verbracht. Zu meiner Verwunderung haben wir NUR Wein und Bier getrunken und bissele "geraucht" ...


ZENSIERT

Als Ljoscha (so heisst mein neuer Freund) mir dann Koks, Heroin und Frauen anbot, habe ich dankend abgelehnt. Ist ja echt grosszuegig, aber mir war heute nicht nach harten Drogen und gekauften Sex :-)
So komisch die ganze Situation auch fuer mich ist, es ist einfach nur verrueckt und toll so etwas erleben zu koennen.

ZENSIERT!!!
Hier sind meine beiden Gastgeber: Ljoscha und seine Frau Marta.

Heute habe ich meine Reifen in einer georgischen Werkstatt gewechselt und durfte/sollte nichts dafuer Zahlen. Als ich mich weigerte, sollte ich so viel Zahlen wie ich vom Herzen konnte ... na toll wieviel soll das denn sein??? Ich habe ca. 12 Euro gegeben und es ist wohl mehr als grosszuegig gewesen -Phuuu wohl alles richtig gemacht!

Danach habe ich einen Tag mit meinen Freund verbracht und Orte in Mariupol kennen gelernt, die eher das Drogen-Dezernat und nicht die Touristen interessieren wuerden. Ich sag erstmal nichts dazu ...

ZENSIERT


Noch ist der Tag jung und ich werde noch Einiges in der Stadt kennen lernen :-)
Morgen will ich meine Sachen packen - RUSSLAND wartet!

Hier ein Video aus meinen privaten Taxi, dass mit 120km durch die Stadt jagt ...


PS: Anschnallen gilt hier wohl als Zeichen der Angst - ich habs trotzem gemacht. Haette ich zwei Guerte gehabt, haette ich beide benuzt!

Hier gibt es sehr gute Motorrad Ausrüstung für einen Trip in den wilden Osten:

Sonntag, 13. Juli 2008

Schlechtes Karma ...


"BZZZ BZZZ BZZZ, das ist aber ein schoener Tag. BZZZ BZZZ BZZZ ... jetzt fliege ich noch kurz ueber die Strasse zu dem anderen Blumenfeld", denkt sich der kleine Marienkaefer. BZZZZ BZZZZ BZZZZ - P L A T S C H und dunkel ... So stelle ich mir ungefaehr die lezten Sekunden von den tausenden Insekten, die meinen Weg kreuzten. Platsch, Fuum, Poing, Ping, Tscht, Plum - so hoert sich das in etwa an, wenn auf mir wieder ein Lebewesen explodiert. Motorradfahren ist was fuer Sadisten und nicht Buddhisten ... wobei masochistische Buddhisten das Ganze schon wieder geil finden wuerden! Es gibt gelbe, rote, graue, gruene, schwarze und blaue Spuren des Todes auf meinem Visier. "Killing fields on wheels" - (nach 4500 km) muesste ich die Dakar eigentlich nennen ...

Der Tod liebt die Strasse.

Egal ob tote Hunde oder Katzen, die beim Vorbeifahren Ihren suesslichen Verwesungsgeruch verspruehen und mir den Atem rauben, oder die ungezaehlten Gedenktafeln am Strassenrand - alles zeigt mir immer wieder, dass es schnell mal anders ausgehen kann. Den ganzen Tag verfolgen mich schon solche morbiden Gedanken ...

Ich bin gerade in Mariupol angekommen und werde versuchen mir eine Bleibe zu suchen und vielleicht in der Stadt die Reifen zu wechseln. Morgen mache ich eine Pause, weil mein Russland-Visum erst ab uebermorgen gueltig ist.

Sergej, der Melonenverkeufer im noerdlichen Teil der Krim.

Hier noch ein kleines Video von der heutigen Strasse:

KRIM und andere Weltwunder ...


Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: KRIM ist einfach traumhaft! Besonders der sued-oestliche Teil hat mir gefallen. Kurvige Strassen und grandiose Landschaften, die sich alle paar Kilometer aendern.
Es war bis jetzt die schoenste Strecke, die ich auf dieser Reise erlebt habe.
Mittags habe ich im schwarzen Meer gebadet (es ist genau so kalt wie die Nordsee, nur blau und mit mehr Quallen drin) und dann bei Krim-Tataren aus Usbekistan gegessen. Dieses Volk wurde von Stalin aus der Krim nach Usbekistan deportiert und kehrte nach dem Zusammenbruch der UDSSR zurueck auf die Krim.
Es ist deshalb gut nachzuvollziehen, warum die Frau es lieber gehabt haette, dass HITLER den Krieg gewonnen haette. Ich konnte/wollte dazu nichts sagen, und schwieg lieber peinlich beruehrt ...
Als es dann abends wurde, habe ich versucht eine Unterkunft in einen Dorf zu finden. Aber hier war ich nicht wirklich willkommen. Also ging es weiter und siehe da, ein Traum vom Schlafplatz gleich 5 km weiter ...

Hier ein kleines Suchspiel fuer Euch: Wo ist das BMW Motorrad?

10 m von mir sind immer wieder Menschen vorbeigekommen und haben nichts gemerkt!
Und so sah es dann von der anderen Seite aus:
Ein paar Schluck vom selbstgemachten tatarischen Wein (eher Schnaps, als Wein), und ich habe wie ein Baby geschlafen.
So toll es auf den Bildern auch aussieht: Die Meucken, Zecken und anderes Ungetier haben mir ganz schoen zugesetzt. Auch der lehmige Boden ist als Erinnerung an diese Nacht an meiner Ausruestung und Klamotten haengen geblieben. Jeden Tag loest sich ein Teil meiner Sachen auf und ich bin erst 13 Tage unterwegs ... kein Wunder also, dass mich die Menschen heute so aengstlich-verwundert anschauen: BUHAAA - JA, ES KOMMT AUS DER ERDE UND WILL EURE KINDER UND ZIEGEN FRESSEN!! ;-))


Hier gibt es die richtige BMW Motorrad Ausrüstung für eine Motorrad-Fernreise:


Samstag, 12. Juli 2008


Das war wieder ein guter Tag. Sevastopol sah mir gar nicht verboten aus, eher wie eine richtige Touristen-Falle, aber wirklich schoen. Dort habe ich den komischen Vogel Sergjej getroffen, der mir gleich einen silbernen Ring mit Loewenkopf schenkte und angeblich auch Biker, Afghanistan-Veteran und Arzt sei ... und das ganze mit seinen ANGEBLICHEN 37 Jahren und ohne Zaehne. Ehe ich mich versah und mich wehren konnte, hat er mir auch ungefragt den Nacken eingeraenkt ?! ... ich weiss ja nicht was der fuer einen Auftrag hatte, es war auf jeden Fall lustig!
Ich habe mir wieder ein Lager fuer die Nacht gesucht und bin wieder irgendwo eingebrochen. Als ich das Mopped getarnt habe, stellte ich fest, das die scheinbar verlassene und abgesperte Strasse, ganz schoen viel Verkehr hat. Hinter meinen Busch, hatte ich gute Deckung gefunden, aber fuer ein Zelt hat der Platz nicht mehr gereicht. Also habe ich unter freien Himmel, und unter den wachsamen Augen einer kleinen Kirche, ueber mir auf dem Berg, geschlafen.


Das macht sau viel Spass und ist auch echt aufregend draussen zu schlafen und nicht entdeckt zu werden ... das einzige Problem ist nur, dass ich langsam anfange richtig maennlich zu riechen :-)

Bin gerade in Jalta und wollte eingentlich den Ort der Jalta Konferenz besuchen (II. Weltkrieg uns so ... fuer Euch Geschichtsbanausen). Habe nach einer Stunde Irrfahrt und etlichen Wegbeschreibungen aufgegeben und mir lieber ein Internet-Cafe gesucht.

Gleich geht es weiter an der Kueste entlang und dann wieder langsam raus aus der Krim!

Hier noch ein paar coole Werbungen:


@ Claudia - Sag doch nicht so was! Ich habe echt fuer einen Moment Angst bekommen, dass da wirklich jemand gewesen sein koennte :-) ... Gruesse nach Spanien!

Freitag, 11. Juli 2008

Konrad alleine im Wald ... oder doch nicht?


Heute Nacht habe ich zum ersten Mal in meinen Leben alleine im Wald geschlafen. Nachdem ich eine Schranke auseinandegebaut und in den Wald gefahren bin, habe ich mir ein schoenes Plaetzchen gesucht. Als mein Mopped getarnt und rund um mein Lager ueberall Aeste ausgelegt wurden (diese knacken beim Auftreten), habe ich mir im Zelt gemeutlich gemacht. Ehrlich gesagt hatte ich ganz schoen Schiss, und als es dann dunkel wurde, hat sich meine Angst noch gesteigert. Ich habe mir sogar eine Strategie ueberlegt, wie ich bei nahender Gefahr, mehrstimmig Laerm machen wuerde, um dann mit dem Helm auf und Messer in der Hand aus dem Zelt zu springen. Als dann Nachts staendig irgendetwas los war (Knacken, Gereusche und Regen) und schliesslich Schritte im Gras zu hoeren waren, war Euer Held Konrad so mutig, dass er die Luft angehalten hat und still in seinem Schlafsack blieb. Ich habe keine Ahnung was es war, vielleicht nur ein Hund? Gut geschlafen habe ich nicht ... dazu ist meine aufblasbare Matte nicht mehr dicht ... naja wenigstens bin ich nicht gefressen worden. Morgens sah die Welt wieder wunderbar aus und ich bemerkte ueberall um mich herum Hanf-Pflanzen. Entweder habe ich in einer illegalen Marihuana-Plantage die Nacht verbracht, oder das Zeug waehst hier ueberall wild :-)
Bin jetzt auf der Halbinsel Krim und fahre gleich weiter in die noch vor 10 Jahren verbotene Stadt Sevastopol und suche mir dort eine etwas weniger aufregende Unterkunft.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Einfach nur fahren und schauen ... mit dem Motorrad in der Ukraine unterwegs


Das ist der dritte Versuch diesen Post zu schreiben. Hoffentlich gibt der Rechner nicht noch einmal den Geist ab, waehrend ich alles abspeichern will ...

Bin heute aus Odessa losgefahren und dabei nur Nebenstrassen benutzt. Da ich genug Zeit habe fand ich es einfach interessanter auf kleinen Landstrassen zu cruisen. Ich weiss jetzt warum mir die Ukraine so gut gefaellt. Es ist so wie Polen frueher war, als ich noch Kind war. Sogar die Gerueche erinnern mich an frueher ...

Als ich eine Pinkelpause irgendwo im Nichts machte, sah ich einen Roller mit zwei Typen, die zielstraebig in meine Richtung steuerten. Kahl rasierte mit Narben uebersaehte Koepfe und mehr goldene, als eigene Zaehne. Jetzt gibt es was aufs Maul dachte ich mir, liess mir aber nichts anmerken. Von wegen ... so finster die Beiden auch aussahen, so freundlich und neugierig waren sie auch. Nachdem sie beide eine Zigarette geraucht und meine (mit Haenden und Fuessen) erzaehlte Geschichte vom umfallenden Motorrad gehoert/gesehen haben, sind sie wieder ins Nichts verschwunden ...

Es sind wirklich diese kleinen Treffen, die ich so toll an dieser Reise finde. Und genau das habe ich auch gewollt. In Deutschland wuerde ich niemals einfach so an dem Strassenrand bei Unbekannten stehen bleiben und quatschen ... hier macht es wirklich Spass. Die Ukrainer sind dem komisch aussehenden Fremden, mit seinen RoboCop-Stiefeln immer aufgeschlossen und freundlich.
Ich werde gleich wieder in den Sueden an die Keuste fahren und dort irgendwo versuchen eine Bleibe fuer die Nacht zu finden ...

Hier gibt es wirklich gute BMW Motorrad Ausrüstung:



Ah ja die Umfallgeschichte: Ich habe mir ein kleines gelbes Schloss für meine gute BMW DAKAR F 650 GS gekauft, das man an der Bremsscheibe befestigen kann. Vor dem Losfahren sollte man es (unbedingt) wieder abmachen, sonst knallt es gegen den Bremssattel und das Rad blockiert sofort - diese Erfahrung habe ich schon zwei Mal gemacht und jedes Mal lag die Maschine auf der Seite. Insgesamt habe ich die Dakar bis heute vier mal hingelegt :-)

@ Perle - ILU MU ...