Montag, 28. Juli 2008

Rock & Roll - Motorradunfall in Kasachstan

Ich habe die ersten Minuten nach dem Crash und auch im Krankenhaus dort unbeabsichtigt meinen Blackout mit der Videokamera dokumentiert. Diese (meiner Meinung nach) echt interessanten Aufnahmen möchte ich Euch nicht vorenthalten.
Der Blog sollte schließlich nicht nur die schönen Seiten der Reise zeigen!
Viel Spaß mit dem Video, ... oder auch nicht:
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PS: Drückt mir die Daumen für die Operation am Freitag ;-)

Hier gibt es das beste BMW-Motorradzubehör für eine Fernreise:


Safety first: Motorradhelm von Caberg

Freitag, 25. Juli 2008

Home sweet home ...

Guten Abend aus dem guten alten Wuppertal. Ich bin wieder da!
Der Rueckflug war kein Problem und der Zoll hat nicht einmal nach meinem Motorrad gefragt. Ich haette mir die ganze Muehe vielleicht sparen können (stimmt ja ... ich bin in Deutschland und kann wieder die Umlaute benutzen - üöäöüöößäüößäüöäüßßöäöüöüö - HERRLICH)
An die Buisness-Class kann ich mich wirklich gewöhnen - ab jetzt nur noch so bitte :-) Danke an ADAC für diesen Luxus - ich wäre aber auch im Gepäckraum mit geflogen!

Zuhause ist es immer am Schönsten.
Besonders das Wiedersehen mit meiner lieben Natascha hat mir echte Freude bereitet ...

(Roll and roll in Gelbtönen)

Leider waren die Neuigkeiten aus dem Krankenhaus alles andere als ermutigend:
Der Bruch ist zu kompliziert, um ihn mit Bandagen oder Gibs zu fixieren. Dienstag werde ich operiert und bekomme eine Titan-Platte & Schrauben, die den Bruch stabilisieren sollen :-( Wenn es etwas gibt wovor ich Angst habe, dann ist es auf jeden Fall aufgeschnitten zu werden. Auch wenn alles unter Vollnarkose stattfindet, finde ich den Gedanken zum Kotzen!

Was mir wirklich leid tut, ist die Tatsache, dass so viele Menschen wegen mir in den letzten Tagen leiden mussten. Vor allem Natalia und meine Eltern haben sich mehr Sorgen gemacht, als ich selbst. Das habe ich erst hier so richtig mitgekriegt.
ENTSCHULDIGUNG für Eure Ängste und Sorgen, um mich!!!
Auch wenn man sein eigener Herr ist, und alles machen kann, was man will - man sollte die Menschen, die einem lieben berücksichtigen. Hört sich ja irgendwie nach einer Stammtisch-Wahrheit an ;-)

Nächstes Mal sage ich einfach nicht bescheid und tue so, als ob nichts passiert wäre ...
N E I N - das war nur ein Witz!

Hier ein längeres Video, als ich mit den Ralley-Fahrern einen Platz zum Übernachten gesucht habe. Ja ja ja ... das waren noch Zeiten ... ohne gebrochene Knochen und so ;-))
video

Ich melde mich wieder, wenn ich aus dem Krankenhaus raus bin.
(Piepe ich eigentlich danach mit meiner Titan-Platte bei Metalldetektoren?)

Bis die Tage
Eurer gescheiterte Usbekistan-Tourist Konrad


Mittwoch, 23. Juli 2008

Alles wird gut, oder? Ende der Motorradreise mit gebrochenen Knochen

Es sieht gut fuer mich aus. Wenn alles mit dem Zoll gut geht - bin ich um 07:10 im Flieger Richtung Amsterdam und mein Mopped wird nach Berlin transportiert ...

Atyrau Zentrum
Nach einer kleinen Odyssee bei etlichen Firmen, Bueros und Aemtern habe ich endlich eine Moeglichkeit fuer den Transport gefunden. DHL wollte dafuer unglaubliche 10.000 DOLLAR haben - da haette ich es gleich neu kaufen koennen ;-)

Eine Menge Spinner sind hier unterwegs ... nervig aber lustig zugleich. Sogar beim Notar konnte/musste ich feilschen!

Begleitet hat mich heute Norbert aus Berlin, den ich am ersten Tag in Kasachstan auf seinem Fahrrad getroffen habe. Beim Wegfahren habe ich Ihm damals noch zugerufen, dass man sich immer zwei Mal im Leben sieht ... ist schon echt genial was alles in so kurzer Zeit passieren kann!
Beim Zoll am Flughafen

Auf wiedersehen meine unzerstoerbare Dakar!

Als ich noch ein weig im Hotel gefilmt habe, hat mich gleich die Security eingesackt und ich musste alle Aufnahmen sofort loeschen! Ganz schoen paranoid die Guten ... jetzt schauen sie alle paar Minuten was ich hier so mache. Vielleicht bin ich doch einer vom Geheimdienst?
Bin gespannt, ob alles glatt laeuft und der naechste Eintrag aus dem guten alten Deutschland geschrieben werden kann!
Asta maniana amigos!
Euer CIA-Konrad

Dienstag, 22. Juli 2008

Geduldsprobe auf Morphium :-)

Ich muss jetzt meinen aufsteigenden Frusst mit Euch teilen:

Nachdem ich den ganzen Tag darauf vertraut habe, dass der Hotel-Manager mir hilft, habe ich gerade von Ihm zwei Telefonnummern vom Flughafen und der Airline-Filiale gegenueber dem Hotel bekommen! Ich soll morgen anrufen um alles zu klaeren. So ein Bloadmann - haette er mir nicht gleich sagen koennen, dass 50m weiter so ein Buero existiert?!!!! Bin da jetzt hingegangen und soll morgen um 10:00 selber am Flughafen fragen. Das war mir ja eine tolle Hilfe: Scheiss-Manager - den ganzen Tag verloren!

Dazu weiss ich jetzt vom ADAC, dass Motorraeder nur mit leeren Tank, ohne Oel und mit abgeklemmter Baterie in Flugzeuge duerfen ... also habe ich mir erstmal in der Apotheke weitere Schmerzmittel gekauft, um Morgen zur Abwechslung ein wenig unter dem Mopped zu liegen. Seit zwei Tagen habe ich es nicht mehr gemacht :-) Ich kann nun mal nicht ohne das Motorrad aus dem Land ausreisen, weil der Zoll mich nicht durchlassen wuerde.
Wie sieht es denn bei wirklich fiesen Verletzungen wohl aus? Muss man erst aus dem Koma aufwachen und sich auch um alles selber kuemmern? Ich will mich nicht beschweren, schliesslich habe ich mir den Mist selber eingebrockt, aber es ist schon ein wenig Nerven aufreibend.

Ah ja ... ich soll alleine nach Hause kommen und dann ins Krankenhaus fahren, die Gelben Aengel koennen mich anscheinend nicht in einen Krankenhaus unterbringen, weil meine Verletzung nur ambulant behandelt wurde?!

Falls ich bis Weihnachten nicht Zuhause sein sollte, trinkt ein Glas Barszcz fuer mich mit ...
bis dahin muesste ich auch alleine fahren koennen ... ahh neee geht ja nicht, weil das Visum abgelaufen waere :-)

Es sieht so aus, als ob mein Abenteuer weiter gehen wuerde. Also meine liebe Lersergemeinde -schoen weiter dran bleiben und mitleiden (oder auch mitlachen).

Bis morgen dann
Euer eingegibste Moechtegern-Heimkehrer

Schulter frisst Seele auf - Ende der Motorradreise Kasachstan

Vielen Herzlichen Dank an die netten Kommentare meine Lieben !
Tut mir echt leid, dass ich keine neuen Sach- und Lachgeschichten mehr erzaehlen kann :-(

Ich wuerde jetzt wirklich lieber auf der Dakar durch die Wueste flitzen und nicht in diesem Buisness-Center mit krummen Ruecken sitzen (und wie in der Sauna schwitzen).
Hej ... das reimt sich ja sogar!

Laut ADAC bin ich vielleicht schon am Donnerstag nachmittags in Duesseldorf und werde ins Krankenhaus gebracht. Heute versuche ich noch den Transport der Dakar zu organisieren, aber das ist auch mit Hilfe des Hotel-Managers anscheinend nicht so einfach. Seit heute Vormittag warte ich auf Infos. Hier ist alles ein wenig "anders".

Schweren Herzens habe ich die Haelfte meiner Ausruestung verschenkt.
Hier kann man aber super neue Motorrad-Ausrüstung und Teile online bestellen:

Ueber die restlichen Militaer-Rationen freuen sich jetzt ein paar Kasachen .... DANKE SASCHA - ein paar Mal habe ich von den Koestlichkeiten probieren duerfen!


Wisst Ihr was richtig scheisse ist?
Als Linkshaender die linke Oberkoerper-Haelfte nicht nutzen zu koennen. Das ist echt grausam sich selber anziehen zu muessen usw. - sieht aber alles verdammt lustig aus. Wenn ich vor dem Spiegel stehe, weiss ich nicht, ob ich vor Schmerzen weinen, oder wegen des Anblicks lachen soll!

Montag, 21. Juli 2008

GAME OVER ... Motorradreise nach Kasachstan

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So sieht das Ergebnis aus, wenn Konrad stolze 100m von insgesammt 400 km auf einer unbefestigten Piste unterwegs war. Davon waren die letzten ca. 50m im unkontrollierten Taumeln :-) Mein Gott - ich bin soooo gut - ich sollte naechstes Jahr gleich die Paris-Dakar Ralley mitmachen!


Jetzt sitze ich im Hotel in Atyrau und versuche mit der rechten Hand meine kleine Lesergemeinde mit Neuigkeiten zu versorgen. Begruessen wir also zusammen die Gelben Engel vom ADAC, die hier neu im Blog sind :-)

Mehrfaher Schluesselbeinbruch ist meine eigene Diagnose, aber schaut doch selber:
Der Arzt in dem kleinen Kaff hat mich nur eingegibst und zu meiner wilden Gastfamilie zurueckgeschickt, deren Oberhaupt mich auf dem Weg aufgesammelt hat. Eine richtige Diagnose habe ich noch nicht ...
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(Das Abendessen wird vor dem Haus vorbereitet)

... als ich zu mir kam, lag ich begraben unter dem Mopped und wusste sofort, dass dieser Schmerz was ganz Neues ist. Bin ja ein alter Footballspieler, aber so einen harten Treffer habe ich noch nie abbekommen.

Beim Roenten bin ich auch noch kurz vor Schmerzen (oder eher aus Angst) bewusstlos geworden. Konnte danach sofort lachen, weil ich dabei auf kasachisch getraemt habe :-) Ich habe es sogar auf Video - also nicht den Traum, sondern meinen Kollaps!!!

Heute musste ich erstmal zur Polizei und zwei Stunden lang, erklaeren was ich alleine hier so mache und dabei eine Erklaerung unterschreiben, dass ich keine finanziellen Ansprueche an Kasachstan haben werde!? Dass ich einen mehrfachen Bruch habe und ein wenig leide, war dem netten Onkel Offizier so ziemlich egal ... er war wirklich nett!

Danach wartete ich eine halbe Stunde auf mein Mopped, da einer der lustigen Gastfamilie meine Sachen genommen hat, um eine Spritztour mit seinen Kumpel zu unternehmen!!! Man oh man, hatte ich da eine gute Laune :-)
Fuer 150$ wurde ich und die Dakar in die Stadt gebracht, wo ich auf einen ADAC-Arzt warten soll, der mich nach Hause begleiten soll.

Tja meine Lieben - wer viel riskiert, muss auch verlieren koennen. Diesmal war die Strasse haerter als ich ... Ich geniesse erstmal meinen Aufenthalt in de Hotel (die Schmerzen auch) und denke ueber die letzten 20 interessanten Tage nach.

Bis die Tage dann
Euer gebrochener Konrad (nur die Knochen, nicht das Herz)

Hier gibt es die richtige Ausrüstung um besser durchzukommen:

Samstag, 19. Juli 2008

Haleluja in Kasachstan! Motorradreise und Erfahrung


(Endlich kann ich Euch das coole Foto von den russischen Polizisten zeigen!)

Ich bin noch da!
Abgesehen von einer beginnender "Montesumas-Rache" (Duennschiss), einen Hitzeausschlag an den Fuessen und furchtbaren Heimweh, geht es mir gut :-)
Konnte einfach in keiner Stadt einen Internetzugang finden ...

JA JA JA ich bin in Kasachstan! Das ist nicht mehr Europa - DEFINITIV nicht mehr.
Das ist wirklich eine andere Welt hier - ich glaube, dass ich einen leichten Kulturschock habe.
(Hiroschi - ein Japaner der nach Spanien zu Fuss will, er laeuft schon 1,5 Jahre!!!! Ich habe Ihm mein Wasser, Brot und Wurst gegeben.)

Vorgestern habe ich es fast bist zur kasachischen Grenze geschaft, und im verlassenen Bauernhof uebernachtet. Leider ging es nicht schneller, weil jeder Vollidio... mit einem Polizeistock mich angehalten hat, um sich die Dakar anzuschauen.

Es war eine total bescheuerte Idee in diesen Loch zu uebernachten. Es war ein wahres Moskito-Nest und nachts immer noch total aufgeheizt. Koennt Ihr Euch vorstellen, in einer Sauna zu schlafen? Falls JA - dann wisst Ihr wieso ich noch vor dem Sonnenaufgang auf den Beinen war. Ich habe sogar mein Schlafsack durchgeschwitzt ... morgens habe ich das erste Mal geheult. Immer wenn ich die Musik anmache und das Lied von Pohlmann (Zwischen Heimweh und Sehnsucht) hoere - geht es los. DANKE DU fiese/liebe NATASCHA fuer diese Musikauswahl!

Ah was - der Konrad uebertreibt doch bestimmt ohne Ende, so schlimm koennen ein paar Muecken nicht sein ... AH JA? Dann schaut mal hier. So sieht es aus, wenn man am Meer uebernachten moechte:

Gestern habe ich meine coolen Ralleyfahrer eingeholt und mit Ihnen eine Bleibe fuer die Nacht gesucht. Nach stundenlanger Fahrt duch die Pampa, haben wir um Mitternacht verzweifelt in einer Bar gehalten und um Unterkunft "gebettelt".


Ein wenig Werbung - interessant für alle die so eine Motorradtour planen:



Fuer 30 Dollar haben wir gut gegessen und dabei noch ordentlich mit Kasachen gefeiert. Auf jeden Fall waren wir trinkfester und beim Armdrucken haben wir auch alle platt gemacht. Ich sag's ja immer wieder: Die Polen sind beim Feiern einfach unschlagbar!

Dschingiskhan (ein "Halb-Mongole") mit seinen Kraeften am Ende ...

Heute ging es mit einem dicken Kopf in die Stadt. Meine Begleitung fahrt in den Norden und ich will in den Sueden. Also hiess es DO ZOBACZENIA KOLEDZY (Auf Wiedersehen Kumpels)
In diesen Moment hat mich mein Gleuck wieder eingeholt. Ein freundlicher Kasache lud mich zu sich nach Hause ein.
(ich möchtee mit diesen Blog niemanden Probleme bereiten und habe deswegen manche Inhalte wieder gelöscht)
xxxxxxxxx sind protestantische Christen und haben beide in xxxxxxxxxx (ich weiss nicht wie man das schreibt) studiert.
ZENSIERT
....... Ich darf heute bei Ihnen uebernachten!!

ZENSIERT

Ich durfte heute dabei sein und muss ehrlich sagen, dass es mich persoenlich im positiven Sinn sehr getroffen hat. So stelle ich es mir vor, dass die Christen vor 2000 Jahren angefangen haben.
ZENSIERT
(Beim Gebet spielen die Kinder unbekuemmert weiter und keiner stoert sich daran - es war einfach nur schoen zu sehen, wie Menschen miteinander umgehen koennen)

Es war einfach ein unglaubliches Erlebnis. Als dann in Gruppen fuereinander gebetet werden sollte, haben mich diese wunderbaren Menschen selbstverstaendlich mitmachen lassen. Als ich dann meinen Wunsch an Gott aussern sollte, konnte ich meine Gefuehle nicht mehr zuruekhalten. DIE TORE WURDEN GEOEFFNET ... und so sass ich da zwischen den Fremden und fing an zu weinen ... drei mal duerft Ihr raten was ich mir gewuenscht habe!
Meine Traenen waren kein Problem - ich gehoerte schliesslich in diesen Augenblicken dazu und war nicht der Einzige, der geweint hat :-) Habe immer noch Traenen in den Augen, wenn ich daran denke. Hier ein kurzes Video von der kleinen Gemeinde beim Singen:

ZENSIERT
....
Es sind soooo viele kleine HERRLICHE Momente, die ich gerne mit Euch teilen wuerde, kann es aber aufgrund der Zeit nicht machen. Ob ein mir zuwinkender Hirte in der Steppe, oder Gespraeche mit den Menschen oder einfach nur beklaut zu werden - es ist einfach zu viel fuer diesen Blog meine Lieben. (das bloede gelbe Schloss, mein geliebtes Deutschlandfaehnchen und Motorradreinger sind weg - mal schauen was die Nacht so bringt, oder eher gesagt wegnimmt)
Ich mache gerade wirklich die Erfahrungen, die ich mir schon so lange gewuenscht habe.

Es ist nicht einfach fuer mich und momentan habe ich verdammt viel Heimweh, besonders meine liebe Natascha fehlt mir wahnsinnig. (Na toll - die Tore oeffnen sich wieder :-)

Es kann sein, dass es der letzte Blogeintrag fuer eine laengere Zeit wird. Morgen will ich in den Sueden starten und dann uebermorgen ueber die usbekische Grenze nach Nukus fahren. Es sind ca. 400 km Wuestenpiste (kein Asphalt oder so) ohne Wasser oder Tankstellen. Keine Sorge ich habe ca. 16 Liter Wasser und genug Benzin/Essen gebunkert.
Ich werde vorsichtig sein und mich bei Moeglichkeit melden.
RAZ MATY RODZLA!! (Sinngemaess: Man lebt nur Einmal!)

Euer traurig-glueckliche Konrad

Donnerstag, 17. Juli 2008

Astrahan und andere Katastrophen ... mit dem Motorrad nach Russland fahren?

Es ist so heiss, das sogar die Koeter keine Lust haben ihrer Lieblingsbeschaeftigung nachzugehen und mich in Ruhe lassen. Es sind 40 Grad im Schatten - so eine Tour ist wirklich nichts fuer Menschen mit schlechter Nieren Funktion. Ca. 4-5 Liter Wasser - das ist mein momenter Verbrauch am Tag. Es ist einfach nur H E I S S ... man koennte auch diesen Eintrag auch "Arsch frisst Hose Teil 2" nennen.

Der Tag war richtig cool, bis ich in diese bescheuerte Stadt reinfuhr. Es funktioniert in der ganzen Stadt KEIN EINZIGES Internet-Cafe. Unterwegs wurde ich mit Heil Hitler begruesst und es gibt hier nur Einbahnstrassen. So habe ich mein Terminator-Face aufgesetzt und mit meiner Brille und dem fiesen Gesichtsausdruck, lassen die Leute mich in Ruhe!
Jetzt sitze ich gerade in einem Angler-Laden und ein netter Biker laesst mich an seinen Computer ran. Leider ist die Verbindung so langsam, dass ich keine Fotos hochladen kann ...

Heute bin ich das erste Mal von der Polizei erwischt worden. "Ein wenig" zu schnell gefahren ... und sollte eigentlich 1000 Rubel (ca. 50$) zahlen. Aber Ihr kennt doch Euren Konrad, am Ende habe ich nichts bezahlt und sogar ein geiles Foto mit den Uniformierten gemacht!

Und hier mal wieder ein wenig gute Werbung für Motorradzubehör:



Gleich geht es weiter zur kasachischen Grenze.
... muss jetzt aufhoeren, weil das zu teuer fuer den netten Verkaufer wird.

Bis die Tage Euere Konrad

Mittwoch, 16. Juli 2008

Prjama, prjama, prjama!


Das ist die Nervensaege von heute morgen. Die hat mich wirklich gestresst. Als sie dann meine Jacke und Helm anzog und auf die Strasse rannte, habe ich echt genug gehabt :-)


... gerade aus, gerade aus, gerade aus!
Russland ist ein grosses Land. Bin heute den ganzen Tag hinter meinen Schatten gefahren und sitzte gerade in Volgograd (ehemals Stalingrad).

Noch bevor ich mir eine Bleibe suche, kuemere ich mich lieber um meine kleine, erlesene Lesergemeinde! Auf der Karte sieht es immer so einfach aus von A nach B zu kommen. Aber wenn man dann die Entfernungsschilder der Staedte so sieht, wird einen schon ein wenig anders. Stundenlang von einer Arschbacke auf die Andere und um mich herum nichts als Felder, Felder und freie Flaeche. Boohh eeejj war das heute langweilig auf der Strasse! Die monotone Fahrt habe ich nur zum Trinken oder Essen unterbrochen, und dabei immer wieder meine Bekannten getroffen - die vier uneinigen Polen in ihren bemalten Gelaendewagen.
Vielleicht treffen wir uns bei dem grossen Weltkriegsdenkmal spaeter noch einmal ...

Um ehrlich zu sein, ich merke die letzten 5300 km in den Knochen. Es ist alles OK, aber ich koennte auch einfach nur auf der Couch liegen und ein wenig "brain-fuck" schauen (wie unser Herr Schettler zum Fernsehen sagen wuerde).

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So meine Lieben ... bis die Tage!
Euer Kaputtski

PS: Natascha ich vermisse Dich heute ganz besonders! ILU & MU

Grenzerfahrungen - mit dem Motorrad nach Russland

Es gibt sie ueberall, zwischen den Grundstuecken, ganzen Laendern und sogar Gefuehlen. Bis an die Grenzen gehen, heisst es doch so schoen. Gestern bin ich teilweise an meine und durch andere gekommen. Ich mag Grenzen, besonders die Ukrainisch-Russische war eine Erfahrung wert.

Ca. 3,5 Stunden und etlichen Formularen (alle AUF RUSSISCH UND in doppelter Ausfuehrung) spaeter, bin ich um viele Bekannte reicher. Ein dicker, verschwitzter und besoffener "Azerbaidschaner" hat mir zum Beispiel bei dem buerokratischen Huerdenlauf geholfen. Ein guter Man. Er roch zwar streng, war aber ansonsten wirklich ein "Charoschy Tschlowiek" (Guter Mann).

Auf dem Foto sieht man einen von den coolen Ralley-Fahrern (Tomek), die von London nach ULAANBAATOR (Mongolei) fahren, um dort Ihre Autos fuer einen guten Zweck zu versteigern. Das Lustige ist, dass es alles Polen sind und somit die Kommunikation kein Problem war.
Eine auf den ersten Blick lustige Truppe, und so habe ich mich entschlossen mit Ihnen weiter zu fahren. (Gerade sitzt eine neugierige Russin neben mir und quatscht mich von der Seite voll und spielt mit meinen Klamotten herum ... so jetzt gehts wieder ... und ich kann weiter schreiben)

Nach einem Mittagessen in Rostov-na-Donu ging es weiter um ein Hotel zu finden. Das stellte sich als "schwierig" heraus, die Rallye-Fahrer sind zu viert und haben dabei aber 5 verschiedene Meinungen ;-) So ging es dann Stundenlang, in der Dunkelheit von einem komischen Ort in den Naechsten, bis alle zu muede waren sich zu streiten ...

So habe ich mich heute von der coolen Truppe verabschiedet und sitze ich jetzt wieder alleine mit meiner EINZIGEN Meinung da und kann tun was ICH fuer richtig halte. Die werden noch bestimmt viel "Spass" unterwegs haben ...

(Ein paar Impressionen vom Abend: Der Hotelgang und mein fahrendes Schlachthaus)


Russland hat mich bis jetzt nicht beeindruckt, eher erdrueckt. Alles wirkt hier eine Spur wilder und unheimlicher, als in der Ukraine. So wurden wir Nachts unterwegs von einem Haufen aufmupfiger Jugentlicher beschimpft und mit Hitlergruss verabschiedet ...
Schauen wir mal wie es sich weiter entwickelt. (... die Nervensaege neben mir gibt mir echt keine Ruhe ...)
Gleich fahre ich weiter richtung Volgograd!

(... OK ich muss hier Weg ... es ist einfach unmoeglich sich zu konzentrieren, wenn man von allen Seiten belabert wird und auf seine Sachen aufpassen muss!)

Doswidanja Euer Konrad
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(Dieses kurze Video hat Tomek unterwegs gedreht)

PS: Ich freue mich wirklich ueber jeden Kommentar in meinen Blog! Also: ALLE Leute - schreibt den Onkel Konrad ruhig immer wieder ein paar Worte, es ja schon ein wenig traurig sooooo alleine 5000 km von Deutschland entfernt zu sein (Mittlerweile sind es auch 2 Stunden Zeitunterschied).

Hier gibt es gute BMW Motorrad Ausrüstung:

Dienstag, 15. Juli 2008

"Gut Mafia" in Mariupol


Es gibt Erfahrungen im Leben, auf die AUCH ICH lieber verzichten moechte. Ich probiere gerne neue Sachen aus, aber auch ich habe meine Gerenzen. Die letzten zwei Tage hier in Mariupol waren voll von tollen, aber auch widerlichen Momenten. So moechte ich NIE wieder im Auto sitzen und hinter mir zwei Typen haben, die sich gerade einen "Schuss" fertig machen und dann gegenseitig spritzen. Der Konsum harter Drogen gehoert DEFINITV zu Dingen, die ich NIE machen moechte - ich will es nicht einmal sehen!

Andererseits bin ich bei diesen Menschen als Gast aufgenommen worden und moechte nicht alles verteufeln. ES ist das Leben von Ljoscha - nichts meins! So wie er mit 29 Jahren aussieht, wird er nicht alt ... Wie kann man eigenlich so liebenswert und gleichzeitig so abstossend sein??

Andrej - ein Boxer und "little Friend" (Untergegeber von Ljoscha)

Abends dann in der Datschja, war es wieder einfach nur entspannt. Die anderen Freunde und die Frau von Ljoscha, sind alle clean und einfach nur liebe Menschen. Es waren die Abende, die mir positiv in Erinnerung bleiben werden. "Ich kam als Fremder an und gehe als Bruder weg." - so verabschiedete mich Marta heute.

Ah ja bevor ich es vergesse:
Gestern habe ich meinen ersten Motorradunfall gehabt ...
Auf dem Weg zum Landhaus, bin ich zu schnell auf der unbefestigten Strasse, hinter dem Gastgeber gefahren und wollte zwischen zwei grossen Schlammloechern durch. Uebermut tut selten gut und so bin ich mit dem Vorderrad rein ins zweite Loch. Dann ging die Reise fuer mich nach links in die Luft und anschliessend hart mit der Schulter in die Botanik. Mein erster richtiger Abflug!! (Wieder so eine Sache, die ich nicht wiederholen moechte)
Abgesehen von einem abgebrochenen Spiegel, angekratzten Stolz und einem leicht schmerzenden (und mittlerweile blauen) Knoechel ist nichts passiert. Bin sooooo froh, dass ich die schweren Enduro-Stiefel und die gepolsterte Jacke getragen habe!

Jetzt geht es zur russischen Grenze und dann weiter PLANLOSOST.

@ Natascha (so wird hier Natalia genannt): Herzlichen Gruss von Allen und DU musst unbedingt mit mir zusammen nach Mariupol kommen. Alle moechten auch DICH kennenlernen!

@ Maria - druecke Dir weiterhin die Daumen fuer Dein Examen! Toj, toj, toj - Du schaffst es :-)

Montag, 14. Juli 2008

Der Pate von Mariupol ... Ukraine mit dem Motorrad bereisen

Wenn Ihr meint, dass meine Reise bis jetzt spannend und interessant war, dann habe ich hier fuer Euch eine wirkliche coole Geschichte!
Als ich gestern aus dem Internet-Cafe raus ging um nach einem Hotel zu suchen, sprach mich dieser nervoese Typ an. Er bot mir gleich eine Bleibe fuer die Nacht in seiner "Datschja" (Landhaus) an, und da habe ich nicht nein gesagt. Natuerlich hatte ich Angst, aber als wir dann erstamal in ein Fastfood-Laden gingen und ich zwischendurch sein Auto-Kennzeichen Natalia diktierte, habe ich mich auf das Kommende gefreut. Nach einer wilden Fahrt duch Mariupol ging es raus aufs Land zu einem kleinen See. Dort angekommen hat er sein T-Shirt ausgezogen und ich wusste gleich bescheid, was hier los ist: Zwei Sterne ueber seiner Brust und die Pistole in der Hose - "NA DAS WIRD JA NOCH RICHTIG LUSTIG .." dachte ich mir! Fuer alle die den Film "Toetliche Versprechen" nicht gesehen haben - die Tatoos sind ein bestimmtes Zeichen, das man sich erstmal in der Unterwelt "verdienen" muss.
Mit der Nacht kamen auch seine Freunde/Partner und wir haben einen gemuetlichen Abend in einer lustigen Runde verbracht. Zu meiner Verwunderung haben wir NUR Wein und Bier getrunken und bissele "geraucht" ...


ZENSIERT

Als Ljoscha (so heisst mein neuer Freund) mir dann Koks, Heroin und Frauen anbot, habe ich dankend abgelehnt. Ist ja echt grosszuegig, aber mir war heute nicht nach harten Drogen und gekauften Sex :-)
So komisch die ganze Situation auch fuer mich ist, es ist einfach nur verrueckt und toll so etwas erleben zu koennen.

ZENSIERT!!!
Hier sind meine beiden Gastgeber: Ljoscha und seine Frau Marta.

Heute habe ich meine Reifen in einer georgischen Werkstatt gewechselt und durfte/sollte nichts dafuer Zahlen. Als ich mich weigerte, sollte ich so viel Zahlen wie ich vom Herzen konnte ... na toll wieviel soll das denn sein??? Ich habe ca. 12 Euro gegeben und es ist wohl mehr als grosszuegig gewesen -Phuuu wohl alles richtig gemacht!

Danach habe ich einen Tag mit meinen Freund verbracht und Orte in Mariupol kennen gelernt, die eher das Drogen-Dezernat und nicht die Touristen interessieren wuerden. Ich sag erstmal nichts dazu ...

ZENSIERT


Noch ist der Tag jung und ich werde noch Einiges in der Stadt kennen lernen :-)
Morgen will ich meine Sachen packen - RUSSLAND wartet!

Hier ein Video aus meinen privaten Taxi, dass mit 120km durch die Stadt jagt ...
video

PS: Anschnallen gilt hier wohl als Zeichen der Angst - ich habs trotzem gemacht. Haette ich zwei Guerte gehabt, haette ich beide benuzt!

Hier gibt es sehr gute Motorrad Ausrüstung für einen Trip in den wilden Osten:

Sonntag, 13. Juli 2008

Schlechtes Karma ...


"BZZZ BZZZ BZZZ, das ist aber ein schoener Tag. BZZZ BZZZ BZZZ ... jetzt fliege ich noch kurz ueber die Strasse zu dem anderen Blumenfeld", denkt sich der kleine Marienkaefer. BZZZZ BZZZZ BZZZZ - P L A T S C H und dunkel ... So stelle ich mir ungefaehr die lezten Sekunden von den tausenden Insekten, die meinen Weg kreuzten. Platsch, Fuum, Poing, Ping, Tscht, Plum - so hoert sich das in etwa an, wenn auf mir wieder ein Lebewesen explodiert. Motorradfahren ist was fuer Sadisten und nicht Buddhisten ... wobei masochistische Buddhisten das Ganze schon wieder geil finden wuerden! Es gibt gelbe, rote, graue, gruene, schwarze und blaue Spuren des Todes auf meinem Visier. "Killing fields on wheels" - (nach 4500 km) muesste ich die Dakar eigentlich nennen ...

Der Tod liebt die Strasse.

Egal ob tote Hunde oder Katzen, die beim Vorbeifahren Ihren suesslichen Verwesungsgeruch verspruehen und mir den Atem rauben, oder die ungezaehlten Gedenktafeln am Strassenrand - alles zeigt mir immer wieder, dass es schnell mal anders ausgehen kann. Den ganzen Tag verfolgen mich schon solche morbiden Gedanken ...

Ich bin gerade in Mariupol angekommen und werde versuchen mir eine Bleibe zu suchen und vielleicht in der Stadt die Reifen zu wechseln. Morgen mache ich eine Pause, weil mein Russland-Visum erst ab uebermorgen gueltig ist.

Sergej, der Melonenverkeufer im noerdlichen Teil der Krim.

Hier noch ein kleines Video von der heutigen Strasse:
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